08.12.09
Cyberbullying
Leider haben soziale Netze auch ihre Schattenseiten. Gemobbt wurde früher auch. Nur ist die Hemmschwelle heute geringer denn je. Und über das Netz – am liebsten noch anonym – geht es gleich noch mal so gut.
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Besonders bei Schülern scheint das zur sportlichen Disziplin zu mutieren. Dabei sind Mädchen am meisten betroffen. Passt jemand nicht “dazu”, wird so lange gemobbt, bis das Opfer nicht mehr kann und im schlimmsten Fall nicht mehr will.
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Aber ist das nun eine Randerscheinung der Online-Netzwerke? Schaut man sich in einschlägigen Foren um, findet man für “alles” eine Antwort. So auch diese hier:
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… und so langsam kommt’s auch im Internet und wird bemerkt, weil es dort mitgeschrieben und nicht totgeschwiegen wird, wie hinten in der Klasse geflüstert, am Schulhofrand, in der Raucherecke oder aufm Klo.
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… warum tun eigentlich alle so, als wären sie früher nicht gemobbt worden oder hätten nicht gemobbt.
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… oder liegt das daran, dass die Politiker so alt sind, dass es zu ihrer Jugendzeit noch nicht “Mobbing” genannt wurde?
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… wem das nicht passt, kann ja zurück an den Fernseher und seine Abende mit rtl2 verbringen.
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… im Kindergarten ging es los, fortgeführt auf der Strasse und später in der Grundschule, dann auf dem Gymnasium. Ein krankes Verhalten von einigen wenigen Personen. Kaum nachweisbar, weil viele Mitläufer, die fleißig mitmachen, weil’s bequem ist. Sich über Schwache hermachen und in die Lächerlichkeit ziehen. Ein weit verbreitetes Phänomen, quer durch alle Gesellschaftsschichten. Deshalb auch so viele Depressionen.
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Wie auch immer man sich darüber äußert, es muss und wird ja etwas unternommen. Es gibt viele Initiativen, die versuchen dagegen zu steuern. Da wäre z. B. klicksafe.de oder juuuport.de. Aber auch regional und offline wird einiges gemacht. Zu nennen ist an dieser Stelle Rechtsanwältin Frau Gesa Stückmann, die mit ihrem Projekt “Recht und Unrecht im Internet – Kinder als Täter und Opfer” vor Ort an Schulen für Schüler, Eltern und Lehrer unterwegs ist.
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Das Problem der Bekämpfung ist, wo fängt man damit an? Bei den Schülern, den Eltern, den Lehrern, den Anbietern der sozialen Plattformen? Eigentlich bei allen Beteiligten und eigentlich ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Dennoch ist es gut, dass es Personen wie Frau Stückmann gibt, die selbstlos etwas unternehmen.
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Ich kann mir Haushalte gut vorstellen, wo die Eltern (wenn sie nicht gerade zu den 3,215 Mio. Arbeitslosen gehören) gestresst (vielleicht ja auch gemobbt) irgendwann abends nach Hause kommen, fragend: “War was in der Schule?” – “Nein” zu hören bekommen und sich dann irgendwann wundern, wenn doch nicht alles in Ordnung ist.
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Wir wissen alle, dass das Internet nur ein Spiegel dessen ist was sich in der Gesellschaft abspielt. Die Eltern wissen zum Teil oder sogar meistens nicht was ihre Kinder im Netz treiben. Woher auch. Der Bedarf dort gegenzusteuern ist enorm und wird eher zunehmen als abnehmen. Die Online-Plattformen abschließen, bringt schließlich auch nichts, aber Prävention von allen Seiten schon eher.
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Mehr Aktivität seitens der Portalbetreiber wie SchülerVZ & Co wäre ebenfalls wünschenswert, auch wenn das ein frommer Wunsch bleiben wird.
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Bildquelle: http://www.taz.de/uploads/hp_taz_img/xl/help.jpg