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Es freut mich ganz besonders, dass rostock-startups.de auch viele Leser in z. B. München erreicht. Und wie wir wissen, zählt München nun mal zu einer Startup Hochburg in Deutschland. Ja, und normalerweise interviewe ich Existenzgründer “Aug in Aug” vor Ort. Aber da München nun nicht gleich um die Ecke ist, muss die gute alte E-Mail diesen Job übernehmen.
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In der letzten Woche hatte ich bereits die Suchmaschine JUSMEUM kurz vorgestellt. Da ich dieses Thema sehr interessant finde und natürlich immer neugierig bin, wer die Gründer hinter dem Projekt sind, bat ich sie – Timo Ehmann und Jan Christian Seevogel – um ein Interview.
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RostockStartUps: Ich glaube, dass alle meine bisherigen Interviewpartner ihre Geschäftsidee aus einer Art Problemstellung heraus entdeckt haben. Wie war es bei Euch?
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Timo Ehmann: Die Idee für JUSMEUM entstand im Rahmen meiner Dissertation, die ich am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum geschrieben habe. In dieser Zeit habe ich mich intensiv mit dem Informationsmarkt und dessen rasanter Veränderung durch das Internet befasst. Aus den eigenen Erfahrungen sowohl als Autor als auch als Nutzer habe ich dann gesehen, dass es viele Möglichkeiten gibt, juristische Fachinformationen effizienter zu verteilen. Man muss sich nur anschauen, wie die Menschen im Internet kommunizieren und diese Kommunikationsformen auf das Thema Recht zuschneiden. Das machen wir mit JUSMEUM.
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Jan Christian Seevogel: Herr Ehmann und ich sind ja beide selbst Rechtsanwälte, aber diese Gründungsidee hat uns beide einfach zu sehr gereizt, um sie auszulassen und eine klassische Anwaltskarriere einzuschlagen.
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RostockStartUps: Könnt Ihr unseren Lesern verraten, was JUSMEUM eigentlich bedeutet bzw. aus welchen Wortgruppen es sich zusammensetzt.
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Timo Ehmann: Es ist eine Zusammensetzung aus lateinischen Begriffen: jus = das Recht; meus, -a, -um = mein; jus meum = mein Recht.
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RostockStartUps: Welche Herausforderungen mussten in der Gründungsphase gemeistert werden?
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Jan Christian Seevogel: Zu Beginn prasselt ja einiges auf einen ein: Wir fingen mit zwei Rechtsanwälten an und mussten erst einmal ein Team aufstellen, das auch das erforderliche Know-how für ein derart komplexes Internetprojekt mitbringt. Das ist uns zum Glück durch Aufnahme unserer Mitgründer Andreas Rintzner und Fabian Graßl gelungen, die ja schon mehrere große Internetprojekte realisiert haben. Dann muss man natürlich die finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit schaffen. Man braucht ein Büro, einen Steuerberater, man muss lernen, wie die Themen Businessplanning, Finanzierung, Marketing angegangen werden. Die Herausforderungen sind enorm, aber gerade das macht eine Unternehmensgründung ja auch so interessant.
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RostockStartUps: Das kann ich aus eigenen Erfahrungen nur bestätigen. Gab es Personen/Institutionen, die Euch während des Gründungsprozesses unterstützten?
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Timo Ehmann: Natürlich gab es die! Letztlich sind Herr Seevogel und ich einfach nach Fertigstellung unserer Doktorarbeiten zu Herrn Zinser vom Spin-off Service der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) gegangen und haben uns dort unsere Hausaufgaben für die ersten Schritte abgeholt: Ideenskizze für den Antrag für das EXIST-Gründungsstipendium schreiben und beim LMU Entrepreneurshipcenter bewerben. Unser Mentor im Rahmen des EXIST-Programms war Prof. Harhoff und sein Lehrstuhl für Innovationsforschung. Ein paar Monate später hatten wir ein Büro und die Förderung durch das EXIST-Gründungsstipendium. So waren wir schnell in die Münchner Startup-Szene eingebunden und konnten vom Austausch mit anderen Gründern profitieren.
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RostockStartUps: Im Zeitraffer klingt das alles sehr einfach – war es wahrscheinlich aber nicht. Thema Finanzierung: Konntet ihr aus eigener Kraft starten oder brauchtet Ihr Unterstützung?
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Jan Christian Seevogel: Die Anfangsphase konnten wir mit Hilfe der Exist-Förderung überbrücken. Die Phase haben wir bereits hinter uns gelassen und sind nun bestrebt, alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu akquirieren.
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RostockStartUps: Auf der Suche nach dem richtigen Investor drücke ich Euch die Daumen. Was ist das Geschäftsmodell von JUSMEUM und worin unterscheidet Ihr Euch zur Konkurrenz bzw. zu anderen Suchmaschinen?
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Timo Ehmann: Wir sind ja nicht nur eine Suchmaschine. Wir organisieren juristische Informationen. Zentrales Element von JUSMEUM werden unsere Netzwerk-News. Gerade in diesem Punkt fangen wir aber gerade erst an. In Kürze wird es viel mehr aktuelle Informationen bei JUSMEUM geben, die jeder in seinen Netzwerk-News so sortieren kann, wie es seinen persönlichen Bedürfnissen entspricht. Wir werden sicher kein Werbemarktplatz wie Google, auf dem einzelne Worte versteigert werden. Dennoch ist Werbung ein wichtiges Standbein. Ein anderes sind Premiumfunktionen. An dieser Stelle werden wir in Kürze sehr innovative neue Funktionen anbieten.
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RostockStartUps: Es bleibt spannend. Ich hoffe, Ihr könnt Euch bald mit Neuigkeiten zurück melden. Wie hoch ist bereits die Resonanz/Akzeptanz?
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Jan Christian Seevogel: Wir sind sehr zufrieden mit unserer aktuellen Entwicklung. Es melden sich täglich neue Nutzer an und die Nutzer nehmen auch die Funktionalität gut an. Wir machen inzwischen auch erste Umsätze und es melden sich regelmäßig Personen und Unternehmen aus verschiedensten Branchen mit Interesse an einer Werbepartnerschaft. Gerade in diesem Punkt sind wir sehr positiv überrascht. Das Thema Recht scheint für viele Werbetreibende einen sehr guten Zugang zu einer sehr spannenden Zielgruppe zu bieten.
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RostockStartUps: Arbeitet Ihr zurzeit (oder später) mit Partnern zusammen, wenn ja, wer ist es und warum?
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Timo Ehmann: Es gibt erste Ansätze für engere Kooperationen mit einer großen deutschen Rechtsschutzversicherung und mit einer großen deutschen Anwaltskanzlei. Aber diese Dinge sind noch nicht unterschriftsreif, daher kann ich noch keine Namen nennen.
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RostockStartUps: Das sehe ich natürlich ein. Gibt es in naher Zukunft weitere Aktivitäten/Projekte, die Ihr umsetzen werdet?
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Timo Ehmann: Nein, unsere ganze Aufmerksamkeit gilt derzeit der Weiterentwicklung von JUSMEUM. Wir haben noch einige hochinteressante Funktionen in der Pipeline und wir freuen uns sehr darauf zu sehen, wie der Markt diese Funktionen annehmen wird.
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RostockStartUps: Ja, ich auch. Wie soll die Zukunft von JUSMEUM aussehen?
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Jan Christian Seevogel: JUSMEUM wird die erste Anlaufstelle im Internet für Juristen und Rechtssuchende. Wer ein juristisches Problem hat oder einfach nur sehen will, was es in diesem oder jenem Rechtsgebiet Neues gibt, oder einen Anwalt sucht, der kommt als erstes auf JUSMEUM.
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RostockStartUps: Zu guter Letzt bitte ich euch um ein paar Tipps für angehende Gründer/Startups.
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Jan Christian Seevogel: Tipp 1: Es dauert alles länger als man denkt. Eine gute Idee und ein gutes Team sind die Grundvoraussetzungen, alles Weitere ist ein Kampf gegen die Zeit. Tipp 2: Mit Leidenschaft und dem unerschütterbaren Glauben an die Gründungsidee gewinnt man jeden Kampf.
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RostockStartUps: Danke, dass hat mir sehr gefallen und es macht auch mir weiterhin Mut. Ich bedanke mich bei Euch für das ausgiebige Interview und wünsche Euch, dass ihr den Kampf gegen die Zeit gewinnt.
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Beide: Danke für die Glückwünsche und gerne berichten wir im Laufe der Zeit über unseren Fortschritt hier auf rostock-startups.de.
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Bildmaterial: JUSMEUM.de