02.10.09

mystery shopping and more – Das Interview

Nach mehrmaligen Terminverschiebungen ist es mir nun endlich gelungen, die beiden Powerfrauen von Mystery Shopping and more für eine Stunde Interview zu gewinnen. Ich habe es bisher nur selten erlebt, dass sehr junge Menschen mit soviel Energie, Fleiß und Ehrgeiß – trotz Studium und anderen Verpflichtungen – ihre Existenzgründung so nachhaltig verfolgen.

 .

RostockStartUps: Hallo Irina, hallo Julia, schön, dass es heute mit Euch geklappt hat. Ich weiß, Ihr habt wieder mal wenig Zeit, weil Ihr Euch noch auf Euren morgigen Termin vorbereiten müsst. Fangen wir also gleich mit dem Interview an. Wer seid Ihr und was habt Ihr bisher so gemacht?

 .

Julia Kaufmann: Schön, dass wir es nun endlich hierher geschafft haben. Womit fange ich an? Vielleicht damit, dass mein Vater auch Unternehmer ist und ich ihn schon knapp sieben Jahre in seinem Unternehmen unterstütze. Dadurch habe ich es gelernt, was es heißt Unternehmer zu sein – mit allen Vor- und Nachteilen. Meine beiden Auslandspraktika (Barcelona/Spanien) mit den Schwerpunkten Service und Marktforschung gaben mir den entscheidenden Hinweis für unser jetziges Vorhaben. Im Moment hat mein Studium aber höchste Priorität. Das werde ich noch abschließen. Was nicht heißen soll, dass wir unser Vorhaben nicht weiter vorantreiben werden.

 .

Irina Kirner: Hallo Falk, danke für die Einladung zum Interview. Ich hoffe, dass sich noch viele interessante Dinge aus Deinem Netzwerk RostockStartUps für Dich und natürlich auch für uns ergeben.

 .

Ich studiere, wie Julia auch, Wirtschaftswissenschaften mit der Vertiefungsrichtung Betriebswirtschaftslehre an der Uni Rostock. Nächstes Jahr beende ich zunächst das Studium mit dem Bachelorabschluss, wobei ich nicht abgeneigt bin, ein Masterstudium dranzuhängen. Theorie ist wichtig, aber viel wichtiger ist die Umsetzung der Theorie in die Praxis. Deshalb widme ich mich neben dem Studium voll und ganz der Selbstständigkeit. Man muss schon sehr gut planen, um Studium und Unternehmen unter einen Hut zu bekommen.

 .

Kennengelernt haben wir uns, Julia und ich, im 2. Studiensemester. Mittlerweile sind wir ein sehr gutes Team geworden, nicht nur weil sich unsere Kompetenzen hervorragend ergänzen. Wir haben ein gemeinsames Ziel und lassen den anderen nicht hängen. Wenn es hart auf hart kommt, kann ich mich voll auf Julia verlassen und sie kann jederzeit auf mich zählen. Außerdem kann ich mit ihr den Erfolg gemeinsam teilen und Misserfolge stellen keine Hürde, sondern eine Herausforderung dar. Ich kann diese Erfahrung nur weitergeben. Es macht sehr viel Spaß morgens aufzuwachen und sich darauf zu freuen, was der Tag wieder so mit sich bringt.

 .

Rostock StartUps: Mystery Shopping and More. Was bedeutet es und was ist der Schwerpunkt Eures Konzeptes?

Julia Kaufmann (21)

 .

Julia Kaufmann: Der Ausgangspunkt unserer Idee ist die Kundenzufriedenheit. Wieso? Das ist ganz einfach, denn jedes Unternehmen mit zufriedenen Kunden kann richtig Geld sparen. Denn nur zufriedene Kunden reden über das was sie erlebt haben und bringen somit neue Kunden. Auch Zusatzgeschäfte (Cross-Selling) kann man nur von zufriedenen Kunden erwarten. An der Stelle setzen wir an. Was denken und wollen die Kunden? Wie kommt das Unternehmen (nicht nur die Mitarbeiter) beim Kunden an? Was können Unternehmen verändern, um zufriedene Kunden zu haben, zu halten und selbst davon zu profitieren?

 .

Irina Kirner: Genau diese Fragen können wir mit unserem Produktportfolio, einem einzigartigen Konzept, beantworten. Dieses basiert auf Mystery Shopping, Beobachtung und Befragung. Das 3-Säulen-Prinzip ist notwendig, um eine aussagefähige Analyse und Bewertung abgeben zu können. Diese Erkenntnis ist neuartig und unerlässlich, die Kundenzufriedenheit so realitätsnah und einfach abzubilden. Da jedes Unternehmen individuell ist, sind die Abläufe nur auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten. Was haben sie davon? Nun, sie profitieren von unserem Know-how und gleichzeitig von der erstaunlichen Multiplikatorwirkung, die diese Struktur mit sich bringt.

 .

Julia Kaufmann: Der Zusatz bei unserem Firmennamen “and more” verrät ja eigentlich schon, dass wir noch mindestens ein Special in der Hinterhand haben. Was das genau ist, wird noch nicht verraten. Dort sind wir noch in der Planungsphase.

 .

RostockStartUps: Ich bin ja gar nicht neugierig was hinter dem “and more” steht. Ihr werdet doch hoffentlich bald damit rausrücken. Ihr sprecht immer von Euren Kunden. Wer sind diese?

 .

Julia Kaufmann: Unsere Zielgruppe ist sehr groß und lässt sich am besten so beschreiben: Alle Unternehmen die mit dem Endverbraucher in Kontakt kommen und die sich über Service, Beratung sowie Nähe am Kunden definieren.

 .

RostockStartUps: Was ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?

 .

Irina Kirner: In Deutschland gibt es nicht flächendeckend Agenturen, die diese Dienstleistung anbieten und auch nicht in diesem Umfang. Durch eine von uns entwickelte Methode, die Mystery Shopping, Beobachtung und Befragung enthält, können konkrete, aussagefähige und ökonomische Kundenzufriedenheitsanalysen erstellt werden. Die Instrumente ergänzen und kontrollieren sich selber, was die Aussagekraft um ein vielfaches erhöht.

 .

RostockStartUps: An welchem Projekt/Kunden arbeitet Ihr zurzeit? Bzw. wie ist der Entwicklungsstand Eurer Geschäftsidee?

 .

Julia Kaufmann: Wir sind schon im laufenden Geschäft. Unser jetziger Kunde ist das Müritzeum. Verhandlungen laufen bereits mit renommierten Firmen aus der Gesundheitsbranche. Auch im Bereich Kooperationen und Partnerschaften sind wir am verhandeln. Es entwickelt sich sehr gut.

 .

RostockStartUps: Für die kurze Zeit, die Ihr bisher am Markt seid, habt Ihr schon viel bewegen können. Jetzt mal eine allgemeine Frage. Was haltet Ihr von Networking und von Netzwerken?

 .

Irina Kirner: Das ist äußerst wichtig. Diesen Punkt darf und sollte kein Unternehmer oder Unternehmerin unterschätzen.

 .

Julia Kaufmann: Tja, dass scheint somit das Wichtigste zu sein, was wir bis jetzt gelernt haben. Abgesehen davon macht es sehr viel Spaß. Man lernt dabei sehr beeindruckende Leute kennen, die uns sehr aufgeschlossen gegenüber treten. Deshalb Falk, kommt uns auch Dein monatlicher Stammtisch sehr zu Gute. Der übrigens letztes Mal echt Klasse war.

 .

RostockStartUps: Bei soviel Zuspruch in Sachen Kontakte knüpfen, gehe ich davon aus, dass Ihr während Eurer Gründung Helfer/Unterstützer hattet?

Irina Kirner (23)

 .

Irina Kirner: Ja, hatten und haben wir. Ich finde diesen Punkt sehr wichtig. Man kann sicherlich vieles alleine machen. Aber durch ein aktives Netzwerk kann man auch sehr viel Input in Form von immateriellen Werten erfahren.

 .

An dieser Stelle möchte ich unbedingt Herrn Reizlein vom Beraterkollegium Reizlein, Prof. Benkenstein vom Institut für Marketing und Dienstleistungsforschung der Universität Rostock nennen. Aber wir haben sogar großartige Hilfe über Rostocks Grenzen hinaus, nämlich aus Berlin von Herrn Wallmeyer von der Unternehmensberatung Wallmeyer von Wangenheim bekommen. Und natürlich wollen wir Julias Papa, also Herrn Kaufmann, auch gerne für seine tolle Unterstützung danken.

 .

Julia Kaufmann: Ja, mit meinem Papa sitzen wir manchmal Tage- und Nächtelang, um Lösungen zu finden. Dafür danke ich ihm sehr. Vor allem für seine Geduld mit uns Mädels.

 .

RostockStartUps: Dein Papa scheint sehr aktiv zu sein. Vielleicht kann ich ihn ja mal kennen lernen. Ich weiß, die Zeit ist fast um. Ich bin auch gleich mit meinen Fragen fertig. Was brauchen Eurer Meinung nach gründungsbereite Jungunternehmer?

 .

Julia Kaufmann: Zuerst natürlich eine Idee. Sie müssen in der Lage sein, sich selbst motivieren zu können. Was brauchen Sie noch? Natürlich Kreativität, ruhig mal ein bisschen über die verschiedenen Möglichkeiten rum spinnen. Neues wagen, ohne Grenzen denken. Durchhalten und sich auch mal jemanden anvertrauen.

 .

RostockStartUps: Welche Pläne habt Ihr mit Eurer Geschäftsidee?

 .

Irina Kirner: Schon während des Studiums ein erfolgreiches Unternehmen auf die Beine stellen, anderen die Möglichkeit bieten, bei uns eine Arbeitsstelle zu finden und das Ganze sollte sich für uns und unsere Mitarbeiter auch am Ende des Monats lohnen.

 .

Julia Kaufmann: Wir wollen einfach unsere Offenheit und Flexibilität behalten. Unseren Testerpool ständig ausbauen, in Sachen Kundenzufriedenheit weiter forschen und unsere Auswertungen und Daten für wissenschaftliche Zwecke aufbereiten.

 .

RostockStartUps: Das klingt sehr bodenständig. Finde ich gut. Kommen wir zur letzten Frage: Was heißt es für Euch Unternehmerinnen zu sein?

 .

Julia Kaufmann: Die Eigeninitiative ergreifen – Grundvoraussetzung um sich überhaupt mit Problemen auseinandersetzen zu können. Rückschläge wegstecken können, nach vorne schauen und Neuem gegenüber aufgeschlossen sein.

 .

Irina Kirner: Für mich ist es auch noch wichtig, eigene Wege gehen zu können, sich zu verwirklichen. Bei der Arbeit auch Spaß haben dürfen und die Früchte eigener Arbeit ernten zu können.

 .

RostockStartUps: Wie immer, hat mir auch dieses Interview sehr gefallen. Es wurde wieder mal bestätigt, dass Kompetenz nichts mit dem Alter zu tun hat. Es ist die Summe aller Erfahrungen. Habt Dank für das Interview und für Euren morgigen (Samstag) Termin wünsche ich Euch viel Erfolg.

 .

Beide: Wir bedanken uns auch und wünschen Dir weiterhin gutes Gelingen mit RostockStartUps und dass noch viele Gründer und Gründungsinteressierte dazu kommen.

 .

 .

Bildquelle: Kaufmann & Kirner – mystery shopping and more


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>