08.07.10

Der Businessplan

Als ich das erste Mal dieses Wort gehört habe, war meine erste Reaktion: Oh nein, nicht schon wieder so viel Theorie! Ich kann mir vorstellen, dass es noch einige Weitere gibt, die diese Reaktion mit mir teilen oder geteilt haben. In den wohl seltensten Fällen wird ein angehender Existenzgründer vom Stuhl springen und sagen: Oh ja, das ist das, was ich schon immer machen wollte. Mit aller höchster Wahrscheinlichkeit verdreht jeder die Augen und denkt: Aber ich will doch gründen und nicht schreiben.

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Deswegen die erste Botschaft vorab. Ja, ich verstehe das, aber wenn man es clever anstellt, kann man viel, viel von dieser Arbeit später immer wieder verwenden und viel sortierter anfangen den Markt unsicher zumachen. Und genau aus diesem Grund, krempeln wir die Ärmel jetzt hoch und wuseln uns mal durch den Businessplan-Dschungel.

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1. Aufgabe

Googeln! Dr. Google weiß zwar nicht alles, aber schon eine ganze Menge.

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2. Aufgabe

Kaffee trinken! Ja, das klingt doch schon viel besser, aber… Folgendes sollte sich dabei überlegt werden. Was genau ist mein Produkt, oder meine Dienstleistung? Diese Überlegung muss noch nicht 100% detailgetreu sein, aber wir brauchen ja einen Ausgangspunkt. Denn anschließend ist eine der wohl wichtigsten Überlegungen anzustellen: Wer sind meine Kunden, was ist also mein Markt? Nehmen wir an, dass sich jetzt mehrere Märkte auftun bzw. wir unseren Gesamtmarkt noch unterteilen können (Bsp.: Eine der gröbsten Überlegungen könnte sein: Habe ich Privat- oder Geschäftskunden?).

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Wenn sich dann also mehrere Kundengruppen ergeben, dann sollten unsere Überlegungen, mittlerweile wahrscheinlich schon bei der zweiten Tasse Kaffee, wieder zu unserem Produkt gleiten. Kann ich mein Angebot für die unterschiedlichen Kundengruppen vielleicht speziell und besonders gestalten? Alle diese Überlegungen bitte aufschreiben, denn die Wahrscheinlichkeit, dass man bei dem ganzen Kaffee etwas vergisst ist doch sehr hoch.

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3. Aufgabe

Im Garten, wahlweise im Park sitzen. Ja auch das klingt wieder so einfach, aber… Jetzt wissen wir schon besser über Produkt und Markt Bescheid, so dass es langsam Zeit wird an unsere Wettbewerber zu denken. Auch hier ist Google eine wirkliche Hilfe. Wo sind die Wettbewerber, was machen Sie, wie groß sind diese Unternehmen und welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus für mich? Auch an dieser Stelle ein Beispiel: Große Unternehmen haben i.d.R. Experten, eine gute Ausstattung etc., aber dafür lange Entscheidungswege und viele Ansprechpartner. Kleine Unternehmen zeichnen sich im Gegenteil dazu durch Nähe zum Kunden und Individualität aus. Und so überlegen wir weiter… Vielleicht finden wir ein Angebot von unserem Wettbewerber so richtig gut, sodass wir es mit Übernehmen. Dies wird dann als klauen … äh Benchmarking bezeichnet.

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4. Aufgabe

Mindestens 1 Glas Wein mit guten Freunden trinken. Na das wäre doch gelacht, aber… Denn heute spielen wir kreative Runde. Wir kennen unser Angebot, unsere Kunden, die Wettbewerber und wir wissen mittlerweile, was unser Wettbewerbsvorteil ist. Jetzt brauchen wir einen Namen, ein Logo, vielleicht auch ein Slogan. Bewaffnet euch mit Zettel und Stift und schreibt alle sinnigen/losen Ideen mit, denn irgendjemand wird in den nächsten Stunden dem Baby einen Namen geben und eine Mütze aufsetzen.

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5. Aufgabe

Irgendwo am Laptop… Jetzt müssen die vielen Notizzettel, Bierdeckel und Servietten mal sortiert werden. Und auch hier, beim Zusammenschreiben der Informationen, werden euch wieder neue Einfälle kommen.

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Ihr müsst ja nicht gleich bei der zusammenfassenden Einleitung anfangen. Beginnt an einer Stelle, wo euch sofort mehrere Gedanken zu einfallen. Denn es gibt nichts Frustrierendes als zwei Stunden vor dem Laptop gesessen und das Lineal nun endgültig kaputt gemacht zu haben.

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Ganz hilfreich ist da z. B. so ein Existenzgründerbuch vom Wirtschaftsministerium (auch zum download). Hier bekommt ihr eine grobe Struktur und Gliederung für die Erstellung eines Businessplans vorgegeben.

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6. Aufgabe

Kosmetik und Schminken, auch für Männer! Je nachdem, für wen ihr den Businessplan schreibt (Bank, Gründungswettbewerb, Partner) müsst ihr euch im Auslegen üben. Seid euch genau darüber bewusst, wer den Businessplan lesen wird und was dieser Empfänger vorzugsweise zu wünschen hört. Natürlich immer schön bei der Wahrheit bleiben, aber es gibt doch einige Tatsachen, die einfach Auslegungssache sind.

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7. Aufgabe

Eine fixe Nummer, auch für Frauen! Ihr müsst, nachdem dieser Businessplan fertig geschrieben ist, in der Lage sein in ein oder zwei Minuten auf die Frage: “Was machen Sie eigentlich?”, verständlich, überzeugend und Interesse weckend zu antworten. Das ist wirklich schwer, aber wenn man den Lex einmal hat, kann man ihn jedes Mal wieder verwenden!

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Natürlich beinhalten ausführliche Businesspläne auch noch Posten wie Finanzierung, aber da dies ein Thema für sich ist, klammern wir es für den Moment erst mal aus.

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Ich wünsche Euch viel Spaß beim Business-planen!

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Text: Julia Kaufmann

Bildquelle: Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO


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