18.05.10

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

So ziemlich jeder Existenzgründer, der aufgrund der Größe des Geschäftsmodells nicht alleine gründen kann oder sollte, kennt die Problematik des Gründerteams. Denn nicht jeder der Existenzgründer hat das Glück gleichzeitig mit anderen, eine Idee entwickelt zu haben. Ein potentielles Gründerteam studiert zusammen, hat die gleichen Hobbies oder arbeitet in der gleichen Firma. Das wäre ideal, weil man sich über einen längeren Zeitraum kennt. Vorteilhaft wäre es auch, wenn man bereits Höhen und Tiefen miteinander erlebt hat. Denn gerade in den Tiefenphasen, wenn es mal nicht so gut läuft, entdeckt man häufig das wahre Gesicht des anderen.

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Wer aber passt nun zu mir bzw. in mein Gründerteam? Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Das hängt von einer Reihe Faktoren ab. Angefangen von dem, der ein Gründerteam zusammen stellen möchte. Meistens ist der Existenzgründer mit seiner Idee ein Spezialist auf seinem Gebiet. Darüber hinaus sollte ein gewisses kaufmännisches und marketingtechnisches Grundverständnis vorhanden sein. Das war es dann aber auch schon. Um aber ein Startup, ein Unternehmen aufzubauen benötigt man einfach weitere Kompetenzen. Selbst, wenn der Existenzgründer darüber hinaus weitere Funktionen besetzen könnte – der Tag hat nur 24 Stunden. D. h., es muss eine Arbeitsteilung her. Somit ist der Existenzgründer in der Pflicht, Arbeitsaufgaben zu delegieren/abzugeben. Da es sich nicht um “einfache Angestellte” handelt, sollte man schon etwas genauer hinschauen, wen man sich da ins Boot holt.

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Um das heraus zu bekommen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Beste ist es, wie bereits erwähnt, man kennt sich über einen längeren Zeitraum und hat schon viel zusammen erlebt. Wo das nicht der Fall ist, dort muss man sich auf andere Kriterien einlassen. Erst einmal sollte nach fachlichen Kompetenzen unterschieden werden. Ein klassisches Startup verfügt demnach über folgende “Basis-Ausstattung”: Technologie, Produkte, Betriebswirtschaft/Controlling, Marketing/Vertrieb. Somit haben wir schon 3-4 Personen, um fachlich grob alle Schwerpunkte abdecken zu können.

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Nun muss neben den fachlichen Aspekten auch die menschliche, die soziale Seite Berücksichtigung finden. Ich selbst habe mal bei einem Test mit gemacht, um herauszufinden, welche Stärken und Schwächen ich habe. Dabei muss man eine Reihe von Fragen innerhalb kürzester Zeit beantworten. Fragen, die man nicht unbedingt für logisch erachtet. Aber sie zeigen nach der Auswertung ein ziemlich klares Bild von einem. Das wäre also ein Beispiel, um von allen Teammitgliedern herauszufinden, ob man sich ergänzt oder im Wege stehen würde. Es macht wenig Sinn, in einem Team zwei extrovertierte Mitglieder zu haben. Diese werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit permanent in den Haaren liegen.

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Daneben gibt es weitere Merkmale, die zu berücksichtigen sind. Ganz entscheidend sind hier die Einstellungen zu: Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Vertrauen, Kompromissbereitschaft, Kritikfähigkeit, Organisation, Teamfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit, Innovationsfähigkeit, Kommunikation, Motivation, Führungsstil etc. Erst die Summe aller Eigenschaften sollte zur Entscheidungsfindung beitragen, ob derjenige zum Team passt oder nicht. Diesen Aufwand sollte man nicht scheuen, denn: Wie es so schön in einem Werbespot heißt: “Vertrag kommt von vertragen.” Oder anders: Verträge werden im Guten gemacht. Danach ist es meistens zu spät bzw. mit erheblichem (rechtlichen) Aufwand verbunden.

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Ich habe mal von einem Unternehmer gehört, der auf sehr unkonventionelle Art und Weise sein Team zusammen gestellt hat. Mit seinen vorselektierten potentiellen Teammitgliedern hat er sich zum Bier mit einem eher nichtigen Grund verabredet. Er selbst hat sich dabei gekonnt zurück gehalten. Ab einer bestimmten “Phase” hat er sein angehendes Team mit den unterschiedlichsten Problematiken/Kritiken konfrontiert, um zu sehen, wie jeder einzelne in diesem Stadion sein wahres Gesicht zur Geltung bringt. Das ist vielleicht nicht für jedermann erdacht, aber es war sehr effektiv und erfolgreich.

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Wie auch immer Existenzgründer zueinander finden, um ein Startup zu gründen. Eine Prüfung der Partner muss einhergehen. Denn im Normalfall heiratet man auch nicht Hals über Kopf seinen Partner, sondern gibt sich Zeit zum Kennenlernen. Also: Drum prüfe wer sich ewig bindet.

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Bildquelle: Harald Wanetschka / PIXELIO


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