01.12.09

Examen 2.0

Letzte Woche konnte man in (mindestens) einer Rostocker Tageszeitung lesen, dass dänische Schüler zu den Abi-Prüfungen Suchmaschinen quälen dürfen. Was seit zwei Jahren nur 14 dänische Gymnasien dürfen, dürfen ab 2011 alle.

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Für hiesige Lehrer wahrscheinlich unvorstellbar und für unsere Schüler mehr als willkommen. Aber der erste Eindruck täuscht. Vielleicht.

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Dänemark ist das erste Land weltweit, dass diese Medien zulässt. Natürlich mit Einschränkung. Soziale Netzwerke und Instant Messenger zum Beispiel sind nicht gestattet, dafür aber Suchmaschinen und Online Lexika. Hat das dänische Bildungsministerium den Web 2.0 Bogen überspannt? Nach deren Aussagen natürlich nicht. Das Internet ist mittlerweile allgegenwärtig – warum also nicht in einer Prüfung?

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Innerhalb des Pilotprojektes haben unsere Freunde vom anderen Ufer der Ostsee sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie werden definitiv auch festgestellt haben, dass unabhängig vom Fach, zugelassenes Medium oder nicht und anderen Restrektionen besch…, sorry geschummelt wird. Durch die neuen technischen Hilfsmitteln ist die Verführung immens, weil man natürlich wesentlich mehr Möglichkeiten hat. Mit ein paar Tweets sollte doch eine schriftliche Prüfung zu schaffen sein, oder?

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Zu meiner Zeit gab es immerhin schon programmierbare Taschenrechner, die wir zu einigen Prüfungen nutzen durften. Aber so wirklich zum Einsatz kamen sie nicht. Denn die Rahmenbedingungen für uns wurden einfach intensiviert. Es blieb keine Zeit zum Mogeln.

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So clever werden die Kronen-Verehrer auch sein. Man behält sich vor, Stichproben durchzuführen und beim näheren Verdacht wird auch schon mal ein Rechner überprüft. Den Freunden der Copy & Paste Philosophie wird mittels Erkennungssoftware auch ein Strich durch die “Prüfung” gemacht. Wer es aber darauf anlegt wird es immer schaffen. Agenten Equipment ist auch schon erschwinglich geworden und wird z. B. hier und dort angeboten.

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Welche Ansicht ich von den Dänen gut finde ist, dass ihre Überlegungen auch in Richtung Änderung der reinen Wissensabfrage während der Prüfung gehen. Um das wiederum umzusetzen muss halt nicht nur die Prüfungsordnung geändert werden, sondern die Art und Weise wie unterrichtet wird.

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Fazit: So verkehrt finde ich den digitalen Aspekt nicht. Das Internet ist nun mal für viele von uns ein Bestandteil des Lebens geworden, mit steigender Tendenz und wie sagt man so schön: Das Leben ist Veränderung!

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Bildquelle: wwww.motifake.com


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