Termine
Wie heißt es so schön: Krisenzeiten sind Gründerzeiten. Diese Aussage belegt nun auch das Statistische Bundesamt. Denn 2009 konnten wir in Deutschland ca. 410.000 Existenzgründungen verzeichnen. Das entspricht einer Steigerung von 2,7 Prozent. Im gleichen Atemzug und Zeitraum ist die Anzahl der Firmenauflösungen (Marktaustritte) um 3,6 Prozent gesunken. In Summe “nur” noch 397.000 Unternehmen. Das soll so erst einmal nichts heißen, denn die Anzahl der Insolvenzen ist im letzten Jahr auf 17 Prozent gestiegen, also 34.300 Unternehmensinsolvenzen.
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Auch für 2010 wird ein Anstieg von Existenzgründungen erwartet, da sich die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise weiterhin auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen werden – Gründungen aus der Arbeitslosigkeit. Firmenauflösungen werden wie 2009 auf einem hohen Niveau erwartet und bei den Unternehmensinsolvenzen wird ein weiterer Anstieg zu verzeichnen sein.
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Bei so viel deutscher Gründlichkeit wundert es mich, dass es immer noch keine einheitliche Definition für “Gründungen” und “Liquidationen” gibt. Genauso wenig gibt es keine amtliche Gründungsstatistik, die wirklich alle Gründungen und Liquidationen erfasst. Ergo, niemand kennt die genauen Zahlen. Wahrscheinlich die Einzigen, die verlässliches Material besitzen bzw. erstellen, ist das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM). Denn die machen das bereits seit 1973 und haben auch verständliche Definitionen dafür entwickelt, die ich euch nicht vorenthalten möchte:
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.Das IfM Bonn unterscheidet zwischen Unternehmensgründungen und Existenzgründungen sowie zwischen Unternehmensliquidationen und Liquidationen und definiert diese wie folgt:
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Unternehmensgründung
Selbstständig originäre Gründung, d.h. Schaffung einer selbstständigen neuen Wirtschaftseinheit (operationalisiert als Betriebsgründung einer Hauptniederlassung oder “Echte” Gründung eines Kleingewerbebetriebs)
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Existenzgründung
Wechsel einer Person aus z.B. abhängiger Beschäftigung in die unternehmerische Selbstständigkeit, d.h. Unternehmensgründung oder Übernahme eines bestehenden Unternehmens (operationalisiert als Betriebsgründung einer Hauptniederlassung oder “Echte” Gründung eines Kleingewerbebetriebs oder Übernahme eines Unternehmens durch Erbfolge, Kauf, Pacht)
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Nicht zu den Unternehmens- bzw. Existenzgründungen gezählt werden lt. Methode des IfM Bonn die Nebenerwerbsgründungen.
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Unternehmensliquidation
Selbstständig originäre Liquidation, d.h. Aufgabe einer selbstständigen Wirtschaftseinheit (operationalisiert als Betriebsaufgabe einer Hauptniederlassung oder “Echte” Stilllegung eines Kleingewerbebetriebs)
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Liquidation (Existenzaufgabe)
Aufgabe der unternehmerischen Selbstständigkeit, d.h. Unternehmensliquidation oder Übergabe des Unternehmens (operationalisiert als Betriebsaufgabe einer Hauptniederlassung oder “Echte” Stilllegung eines Kleingewerbebetriebs oder Übergabe des Unternehmens durch Vererbung, Verkauf, Verpachtung). Nicht zu den Unternehmensliquidationen bzw. Liquidationen gezählt werden lt. Methode des IfM Bonn die Nebenerwerbsaufgaben.
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Zu guter Letzt noch eine Zeitreihe zu Existenzgründungen, Liquidationen und der daraus resultierende Saldo.
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Bildquelle: eurotuerk.de
Dateiquelle: ifm-bonn.org