19.05.10

Hanse Ventures

Gestern ging es wie ein Lauffeuer durch die Medien: “Vier bekannte Köpfe der deutschen Wirtschaft haben in Hamburg mit der neu gegründeten Hanse Ventures gemeinsam eine neue Internet-Holding für innovative Gründer und Web-Unternehmen geschaffen.” Durch die große Präsenz dieser Nachrichtenmeldungen in den vielen Medien kam es mir so vor, als wäre die Existenzgründerszene etwas ausgehungert. Es ist ja nun nicht so, dass in dieser Szene nichts passiert. Eher im Gegenteil. Man muss aber schon genau hinschauen, um wirklich Neues/nicht alltägliches zu finden.

 .

Der Name Hanse Ventures sagt ja eigentlich schon alles – ein neuer VC. Nein, eben nicht! Denn dahinter steckt weitaus mehr, als “nur” ein neuer Investor. Hierbei handelt es sich um ein Gründerzentrum, eine Art Inkubator. Die etwas ältere Generation unter uns wird damit noch etwas anfangen können. Diese Art von Gründerzentren gab bereits zu New Economy Zeiten, also um die Jahrtausendwende. Es gibt sie natürlich heute immer noch, wenn auch in abgewandter Form (andere Finanzierungsmodelle). So z. B. – Vorsicht Werbung für Mecklenburg-Vorpommern – das Technologiezentrum Warnemünde, das Technologie, Innovations- und Gründerzentrum Neubrandenburg, das Technologiezentrum Vorpommern oder das Informatik Center Roggentin oder, oder, oder.

 .

Aber zurück zu Hanse Ventures. Welche Funktion übt ein Inkubator aus und was ist das besondere bei den Hamburgern? Das gute Brockhaus sagt dazu: “Ein Inkubator ist eine klimatisierte Kammer zur Behandlung und Pflege unreifer Frühgeborener.” Klassisch gesehen bieten diese “Brutkästen” den jungen innovativen Unternehmern eine Infrastruktur, um möglichst effizient wachsen zu können. Das kann von Beratung, Coaching, Teambildung, strategische Ausrichtung, Büros, Ausstattung bis hin zur Finanzierung gehen.

 .

Natürlich gibt es nicht nur die Seite des Gebens. Die Gründer, die in den Genuss der “Fürsorge” kommen wollen, müssen ganz klare Voraussetzungen erfüllen. Welche das sind und was sie dafür zu erwarten haben, veranschaulicht sehr schön das folgende Video.

 .

 .

Mitgründer und Geschäftsführer von Hanse Ventures Sarik Weber mag den Begriff Inkubator nicht sonderlich, weil solche Einrichtungen noch nichts “Hochfliegendes” hervorgebracht haben. Das mag ja sein, aber Mehrwerte bieten Inkubatoren dennoch: “Durchschnittlich haben durch Inkubatoren gestützte Unternehmen dadurch eine deutliche höhere Überlebensrate von zirka 85 Prozent.” Für ein “normales” KMU-Verständnis mag das schon völlig ausreichend sein. Für einen Investor ist das vielleicht nicht wirklich befriedigend.

 .

Inkubator hin oder her – diesen Vergleich müssen sich Hanse Ventures wohl noch eine Weile stellen. Nämlich solange, bis sie allen Skeptikern bewiesen haben, dass ihr Modell anders und vor allem besser funktioniert, als die der Vorgänger. Denn unterm Strich verfolgen oder verfolgten alle die gleiche Grundidee: Nämlich die Schaffung von Voraussetzungen, um Existenzgründer mit deren Geschäftsideen zu einem gesunden Unternehmen heranreifen zu lassen.

 .

 .

Ich persönlich begrüße diesen Schritt. Setzt er doch positive Akzente in einer eher allgemein deprimierten Wirtschaftsphase. Mit den vier Gründern Jochen Maaß, Sarik Weber, Dr. Bernd Kundrun und Rolf Schmidt-Holtz, ist Hanse Ventures ein sehr gutes Beispiel für die Verknüpfung bewährter traditioneller und moderner Unternehmenskulturen, die Verschmelzung von Old and New Economy. Ganz zu schweigen, von dem Weit- und Einflussreichenden Netzwerk, welches gerade entstanden ist.

 .

Ich hoffe, wir werden noch viele spannende Berichterstattungen über die Arbeit und das Leben aus dem Gründerzentrum bekommen. RostockStartUps wünscht allen Beteiligten Gutes Gelingen und “Immer ‘ne Handbreit Wasser unterm Kiel”.

 .

Weiter Infos zu Hanse Ventures unter Pressemeldung.

 .

 .

Bild- und Videoquelle: hanse-ventures.de


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>