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Heute starten wir die Reihe Interviews mit Gründern aus der schönen Hansestadt Rostock. Da ich “Olli” schon ein paar Jahre kenne und seine Kreativität und seine Arbeit sehr schätzen gelernt habe, hätte ich das Interview eigentlich auch selber schreiben können. Man kennt sich halt.
Aber ich möchte ja mit diesem Blog erreichen, dass StartUps hier eine Plattform finden, um sich präsentieren zu können und andere über den eigenen Werdegang zu informieren.
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Rostock-StartUps Genug der langen Worte. Bist Du bereit?
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Oliver Zeidler Moment, der Kaffee ist gleich fertig.
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Rostock-StartUps Nicht der Kaffee, sondern Du warst gemeint. *grins*
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Oliver Zeidler So, kann losgehen.
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Rostock-StartUps Kannst Du uns erst einmal etwas Persönliches erzählen?
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Oliver Zeidler Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen. Nach meinem Abitur und Zivildienst habe ich ein Hochschulstudium an der FHTW Berlin, als Diplom Informatiker des Studiengangs Internationale Medieninformatik, abgeschlossen. Schon vor meinem Studium habe ich viel mit “analogen und digitalen Medien” zu tun gehabt, was sich auch über mein Studium hinaus fortsetzte. Der Einstieg erfolgte recht unspektakulär über die Fotografie bis hin zum Drehen von Kurzfilmen und letztendlich der regelmäßigen Herausgabe eines Literaturmagazins, durch einen mit Freunden seiner Zeit gegründeten Literaturverein. Das Magazin war in verschiedenen Berliner Buchhandlungen erhältlich. Ende der Neunziger habe ich angefangen Internetseiten grafisch zu gestalten und diese im klassischen HTML umzusetzen. Mittlerweile bin ich im Filmbereich seit Anfang der Neunziger und im Webbereich seit Ende der neunziger Jahre tätig.
Rostock-StartUps Was ist der Schwerpunkt Deiner Arbeit?
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Oliver Zeidler In den Medien wird gern mit dem Begriff “Multimedia” oder “Neue Medien” hantiert. Alles hübsche Wortkreationen, welche bei genauerer Betrachtung dermaßen globalkonkret wirken, dass man wiederum nicht glücklicher darüber hätte sein können, für so viel Medienpräsenz eine allumfassende Formulierung gefunden zu haben. Spätestens hier kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass meine Arbeit mehrere Schwerpunkte hat. Hierzu zählen die Planung, Gestaltung und Implementierung datenbankgestützter Webpublikationen, die Konzeption und Produktion von Printmedien bis hin zur Druckvorstufe, sowie die digitale Bild- und Videobearbeitung / -verarbeitung. Ich weiß, klingt alles sehr technisch, doch gehört gerade auch hier eine Menge Kreativität dazu. Und man mag es kaum glauben, aber Programmieren erfordert ebenso Kreativität wie Gestalten.
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Rostock-StartUps Was ist das Besondere an Deiner Arbeit?
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Oliver Zeidler Zu meinen Projekten wurde mir schon in der Vergangenheit des Öfteren eine charakteristische Handschrift nachgesagt, welche sich in meinen Arbeiten gestalterisch und technisch widerspiegeln soll. Das mag durchaus stimmen und ist im Grunde für mich ein positives Zugeständnis. Denn was kann es schöneres geben, als das man selbst in seinem Wirken, im positiven Sinne, wieder erkannt wird. In Zeiten des universellen Diebstahls geistigen Eigentums ist es schwierig sich gegenüber anderen Webentwicklern zu behaupten. Es wird reihenweise kopiert, das vorwiegend aus zeitlichen und somit finanziellen Gründen. Neben Open-Source-Produkten “frickeln” immer mehr angehende Webdesigner und “-programmierer” sich ihren Quellcode aus anderen Seiten und Foren zusammen. Das Ergebnis ist bisweilen erschreckend, jede dritte Internetseite ähnelt sich in Features, Funktionen, sowie Designstruktur und darüber hinaus wächst der Hang zum Blog-Design. Und wenn einer keine Idee mehr hat, wird kurze Hand das Design von Apple-Produkten oder ähnliches kopiert. Was aber nicht heißen soll, das Apple selbst das Rad erfunden hat. Genau hier unterscheiden sich meine Arbeiten, individuell und handgemacht mit einer persönlichen Note, und selbst wenn dieses vom Kunden einmal nicht gefragt ist … ich kann auch anders … *lacht*
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Rostock-StartUps Wer sind Deine Kunden?
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Oliver Zeidler Wenn ich mich festlegen müsste, was ein “Idealkunde” für mich wäre, dann wären es Menschen, welche klare und eigene Vorstellungen haben und
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offen für Impulse sind, Visionäre, Menschen die Zeichen setzen wollen oder auch Träumer. All jene im Grunde, an deren Aufgaben ich wachsen kann, die meiner Kreativität Raum und Luft zum atmen lassen. Denn schließlich würde ich aufhören zu existieren, wenn ich mich nicht weiterentwickeln würde.Rostock-StartUps Was willst Du mit Deinem Firmennamen transportieren?
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Oliver Zeidler Der Name Frontpix scheint ja des Öfteren zum Nachdenken anzuregen. Sicherlich auch gerade gefördert durch das hierfür konzipierte Logo, ein Pixel mit zwei überproportionierten Äxten. Nun, das bedeutet schlicht, dass ich jeden töten möchte der mir zu nahe kommt, liegt wohl auf der Hand … *lacht* … Nein, ganz im Gegenteil. Frontend ist ein Begriff aus der IT-Branche und kann als Element verstanden werden, welches dichter am Benutzer oder Betrachter ist, als am System. Zu vergleichen mit einer Programmoberfläche, auf der ein Nutzer rum fuhrwerken kann. Das Gegenteil wäre beispielsweise Backend, Elemente welche dichter am System sind, quasi der Quatsch, der im Hintergrund abläuft, das natürlich nur sehr vereinfacht umschrieben.
Tja, und Front, Frontal, Vorn, in der ersten Reihe und Pix, als Pixel, das kleinste Element im Rastersystem, ergibt Frontpix. Metaphorisch betrachtet stellt nun das Logo als rhetorische Abbildung plakativ eine gewisse Bissigkeit dar, welche bisweilen stets für Resonanz sorgte. Und mehr will ich doch nicht, mal ehrlich, denn auch das kleinste Element sollte nie unterschätzt werden … und wer nicht pulsiert, der hebt sich nicht ab.
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Oliver Zeidler (32) im Medienlabor von Frontpix: "Momentan arbeite ich an meiner eigenen Firmenpräsenz, einem Netzwerk für Existenzgründer und einem Uni-Portal."
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Rostock-StartUps: Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Projekt?
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Oliver Zeidler Selbstverständlich. Das war eine Anfang der Neunziger erstellte Filmreportage über die “Straße unter den Linden” in Berlin. Die technische Umsetzung habe ich noch völlig analog gestaltet, mit unterschiedlichen Schnittcontrollern, Video8-Kamera und VHS-Videorecordern. Für die Titeleinblendungen hielt ein Amiga500 her mit TV-Modul und Genlock, ich glaube den habe ich heute noch. Das Ergebnis konnte sich sogar sehen lassen, keine Schnittfehler, selbst in den Bewegungsschnitten und keine Farbirritationen. Seiner Zeit war ich sehr stolz auf diese Arbeit und denen die ihr folgten. Heute sehe ich es als wichtigen Entwicklungsschritt. Das Arbeiten damals kann ich mit den heutigen Techniken überhaupt nicht mehr vergleichen. Es ist vieles sehr einfach geworden, doch durch das Improvisieren habe ich sehr viel gelernt, was mir noch heute sehr oft weiter hilft. Im Frühjahr 1998 habe ich dann angefangen Webvisitenkarten für Unternehmen in einer kleinen “Medienschmiede” zu gestalten und zu programmieren. Das waren glaube immer so ca. 30 in der Woche. Startseite, Infoblock, Profilblock, Linkliste und individueller Mailformer. In Zeiten wo es noch keine dynamischen Webseiten gab, so wie wir sie heute kennen, war vieles enger gestrickt. Aufwendig war es allemal, weil ich mir meine Programmierkenntnisse schrittweise erarbeiten musste. Wenn ein unlösbares Problem vorlag konnte ich nicht einfach mal, so wie es heute üblich ist, “googlen”, in Foren nachfragen oder “skypen”. Internet war Ende der Neunziger nicht allgegenwärtig, es wurde ausschließlich Offline gearbeitet und zusammen mit dem mächtigsten aller nichtdigitalen Medien, dem Buch. Obendrein sollte das Design der Visitenkarten anspruchsvoll und homogen gestaltet werden. Heute nimmt kaum noch jemand Rücksicht auf die Bandbreite, damals mussten Ladezeiten so kurz wie möglich gehalten werden. Und es sah trotzdem gut aus. Zum Glück wurden die Texte zugearbeitet, sonst hätte ich das allein sicher nicht bewältigen können. Ein Jahr später habe ich dann mein Informatikstudium (Internationale Medieninformatik) begonnen und nebenher weiter in diesen Bereichen gearbeitet.
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Rostock-StartUps An welchem Projekt arbeitest Du zurzeit?
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Oliver Zeidler Momentan arbeite ich an meiner eigenen Firmenpräsenz, einem Netzwerk für Existenzgründer und einem Uni-Portal.
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Rostock-StartUps Was hältst Du von Social Network Service?
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Oliver Zeidler Teils, teils. Irgendwo zwischen absoluter Abstoßung und vollkommener Zustimmung. Klingt irgendwie kontrovers, nicht wahr, und das ist es auch nun mal. Ein riesiger Nachteil ist z.B. das die Vielzahl an verfügbaren Netzwerken die eigene Präsenz, in eben solchen, dezentral darstellen lässt. Daraus folgernd erweitert man seine Grenzen und nutzt so natürlich unterschiedliche Plattformen, was wiederum zu einer mittlerweile tolerierten und kaum noch zu kontrollierenden Datenverbreitung führt. Profiler haben es heute sicherlich leichter, wenn sie Menschen analysieren, die im Netz aktiv sind. Auf der anderen Seite bietet sich so eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation. Ein kleines Beispiel, in meinem Kundenstamm werden rund 50 unterschiedliche Netzwerke genutzt, darüber hinaus gibt es 12 Messengersysteme, die meine Kunden intensiv nutzen, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
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Rostock-StartUps Was brauchen Deiner Meinung nach gründungsbereite Jungunternehmer?
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Oliver Zeidler Ich denke zu aller erst Informationen und eine Voraussetzung diese Quellen und Netzwerke sinnvoll zu nutzen. Kontakte sind das A und O und natürlich finanzielle Potenz, für all die Dinge, die sie nicht in Eigenleistung erbringen können. Sie dürfen keine Angst vor dem “Teufel” haben und sollten dennoch die gewisse soziale Kompetenz innehaben. Schlagwörter, welche ich persönlich noch sehr schätze, wären Sicherheit, Partner, innere Überzeugung, keine Tagträumer, aber Träumer und vor allem gesunder Idealismus, und ja, das passt zusammen. Was noch sehr wichtig wäre, ist eine Sensibilisierung gegenüber der Eigenverantwortung des gesprochenen “Wortes” unter Geschäftleuten. Mag für einige “Assgeier” in der Branche sehr naiv klingen, aber für mich persönlich unterscheidet sich hier der echte Unternehmer vom … Entschuldige bitte … Abschaum.
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Rostock-StartUps Welche Pläne hast Du mit Frontpix?
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Oliver Zeidler Spezialisieren, Expandieren und einiges mehr.
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Rostock-StartUps Was heißt es für Dich Unternehmer zu sein?
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Oliver Zeidler Sich selbst und seine Ziele nicht aus den Augen verlieren, vielen Dank.
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Rostock-StartUps Danke “Olli” für das ausführliche Gespräch. Ich hoffe es animiert nun auch andere Gründer sich hier präsentieren zu wollen.
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Das nächste Mal koche ich den Kaffee *grins*
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Aufgrund der bisherigen Arbeiten die ich gesehen habe, würde ich Ihre Arbeit ebenfalls nutzen.
Das Netzwerk für Gründer würde mich ja auch interessieren. Vielleicht können wir uns ja mal austauschen darüber Herr Zeidler.
Was ich persönlich noch gut gefunden hätte als potentieller Kunde:
Die Kontaktdaten von Frontpix am Ende des Beitrags.
Gruss Klaus Schaumberger
Danke für das tolle Interview. Das hört sich ja alles spannend an. Informiert mich wenn es näheres über das Existenzgründernetzwerk gibt.
Das mit den Kontaktdaten ist wirklich eine gute Idee.